Am Ostersonntag feiern gläubige Christinnen und Christen weltweit die Auferstehung Christi - ein Ereignis, das als das größte Wunder der christlichen Theologie gilt. Diese Sehnsucht nach dem Unbegreiflichen, nach einer magischen Dimension, die auf etwas Größeres verweist, ist eine Konstante in allen Religionen.
Der Glaube an Wunder ist nicht nur auf religiöse Überzeugungen beschränkt. Laut repräsentativer Umfragen glaubt etwa die Hälfte der Deutschen an Wunder, auch wenn sie keiner Glaubensgemeinschaft angehören. Und auch nichtgläubige Menschen können Erlebnisse haben, die sie in Erstaunen und in Verwunderung versetzen, wie die Geburt eines Kindes, eine Nahtoderfahrung oder ein seltenes Naturphänomen.
In unserer hochtechnisierten, auf Vernunft und Logik basierenden Gesellschaft erleben wir einen Boom von Praktiken wie Handauflegen, heiligen Steinen und Pilgerreisen zu Wallfahrtsorten. Der Wunderglaube scheint oft stärker zu sein als die Vernunft. "Wer heilt, hat Recht", lautet ein bekanntes Sprichwort in der Medizin.
Wunder - oder zumindest der Glaube daran - sind also nicht totzukriegen. Sie bleiben ein erstaunlich religions- und kulturübergreifendes Phänomen. Vielleicht ist der Wunderglaube einfach etwas zutiefst Menschliches?
Filme in der Sendung:
"Ein Wunder" von Stanislaw Mucha
(Dokumentarfilm, DE 1999, 7 min)
Lassen sich Wunder filmen? Die Kamera zeigt Pilger in einem kleinen Ort in Polen, die ein Fenster des Schulhauses beobachten, in dem viele die Mutter Gottes zu sehen glauben.
"Body Electric" von Stanislaw Mucha
(Dokumentarfilm, DE 2017, 10 min)
Irgendwo im sibirischen Nirgendwo experimentieren ein selbsternannter Verjüngungswissenschaftler und sein eifriger Assistent mit Starkstrom. Sie haben ein klares Ziel vor Augen: die Menschen zu verjüngen. Als Versuchskaninchen muss vorerst der skeptische Vater des Forschers dienen. Ob er die hohe Zahl an Volt überlebt?
"Altötting" von Andreas Hykade
(Animationsfilm, DE 2020, 11 min)
Altötting in Bayern ist ein Wallfahrtsort, seit dem 15. Jahrhundert. Inmitten der Stadt steht die Gnadenkapelle, gewidmet der Heiligen Jungfrau Maria. Dort geschieht es: Ein kleiner Junge betritt die Kapelle und verfällt dem Anblick der alles beschützenden Frau. Eine Verliebtheit, die sein ganzes Leben andauern soll. Bis sie ihn eines Tages verlässt.
"Blessing in disguise" von Emma Holzapfel und Kevin Koch
(Animadok, DE 2021, 5 min)
Kevin Hines, der unter auditiven Halluzinationen leidet, versucht sich das Leben zu nehmen, indem er von der Golden Gate Bridge springt. In der Millisekunde nach dem Absprung bereut er seine Entscheidung sofort. Wie durch ein Wunder überlebt er jedoch den Sprung und wird, wie er später selbst sagt, durch ein Geschenk Gottes gerettet.
"Frankfurt fühlen" von Martin Kirchberger
(Mockumentary, DE 1990, 3 min)
Peter Paul Keller war jahrelang Berufsboxer und startete für einen Frankfurter Boxclub. Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn errang er die deutsche Vizemeisterschaft im Schwergewicht. Seit 14 Jahren besitzt er eine Massagepraxis in Frankfurt-Bornheim. Er weiß, wie sich Menschen anfühlen. Der menschliche Körper passt sich, ebenso wie der Geist, den umfeldlichen Gegebenheiten an. Die Architektur einer Stadt beeinflusst die muskuläre Entwicklung ihrer Bewohner.
Gäste in der Sendung:
"unicato"-Moderator Markus Kavka spricht mit Filmemacherinnen und Filmemachern über ihre ganz persönliche(n) Geschichte(n) zum Thema Wunder und wie sich das in den jeweiligen filmischen Arbeiten niederschlägt:
Stanislaw Mucha ist sowohl Schauspieler als auch Regisseur und gilt als viel beachteter Autorenfilmer. Seine Dokumentarfilme zeichnen sich durch zahlreiche komische Geschichten, absurde Entwicklungen und skurrile Charaktere aus, die Mucha jedoch nie der Lächerlichkeit preisgibt. Viele seiner Filme avancierten zu absoluten Festivallieblingen und erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Wir sprechen mit ihm über seine beiden Kurzfilme "Body Electric", in dem die Grenzen zwischen Wissenschaft und Aberglaube fließend sind, und "Ein Wunder", ein Film über Marien-Erscheinungen.
Die Filmschaffenden Emma Holzapfel und Kevin Koch geben in einem Director’s Statement Einblicke in ihren Film "Blessing in disguise" und erzählen von der Entstehungsgeschichte sowie den Hintergründen.
Andreas Hykade erblickte im Sommer der Liebe im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting das Licht der Welt. Heute ist er Head of Animation Directing an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seine Werke wurden weltweit über 70 Mal ausgezeichnet. In seinem Animationsfilm "Altötting" schildert er eine Geschichte von übergroßer, fast himmlischer Liebe. Wir unterhalten uns mit ihm über Glauben, Wunder, das Filmemachen und seine Kindheit im Wallfahrtsort.
Der Glaube an Wunder ist nicht nur auf religiöse Überzeugungen beschränkt. Laut repräsentativer Umfragen glaubt etwa die Hälfte der Deutschen an Wunder, auch wenn sie keiner Glaubensgemeinschaft angehören. Und auch nichtgläubige Menschen können Erlebnisse haben, die sie in Erstaunen und in Verwunderung versetzen, wie die Geburt eines Kindes, eine Nahtoderfahrung oder ein seltenes Naturphänomen.
In unserer hochtechnisierten, auf Vernunft und Logik basierenden Gesellschaft erleben wir einen Boom von Praktiken wie Handauflegen, heiligen Steinen und Pilgerreisen zu Wallfahrtsorten. Der Wunderglaube scheint oft stärker zu sein als die Vernunft. "Wer heilt, hat Recht", lautet ein bekanntes Sprichwort in der Medizin.
Wunder - oder zumindest der Glaube daran - sind also nicht totzukriegen. Sie bleiben ein erstaunlich religions- und kulturübergreifendes Phänomen. Vielleicht ist der Wunderglaube einfach etwas zutiefst Menschliches?
Filme in der Sendung:
"Ein Wunder" von Stanislaw Mucha
(Dokumentarfilm, DE 1999, 7 min)
Lassen sich Wunder filmen? Die Kamera zeigt Pilger in einem kleinen Ort in Polen, die ein Fenster des Schulhauses beobachten, in dem viele die Mutter Gottes zu sehen glauben.
"Body Electric" von Stanislaw Mucha
(Dokumentarfilm, DE 2017, 10 min)
Irgendwo im sibirischen Nirgendwo experimentieren ein selbsternannter Verjüngungswissenschaftler und sein eifriger Assistent mit Starkstrom. Sie haben ein klares Ziel vor Augen: die Menschen zu verjüngen. Als Versuchskaninchen muss vorerst der skeptische Vater des Forschers dienen. Ob er die hohe Zahl an Volt überlebt?
"Altötting" von Andreas Hykade
(Animationsfilm, DE 2020, 11 min)
Altötting in Bayern ist ein Wallfahrtsort, seit dem 15. Jahrhundert. Inmitten der Stadt steht die Gnadenkapelle, gewidmet der Heiligen Jungfrau Maria. Dort geschieht es: Ein kleiner Junge betritt die Kapelle und verfällt dem Anblick der alles beschützenden Frau. Eine Verliebtheit, die sein ganzes Leben andauern soll. Bis sie ihn eines Tages verlässt.
"Blessing in disguise" von Emma Holzapfel und Kevin Koch
(Animadok, DE 2021, 5 min)
Kevin Hines, der unter auditiven Halluzinationen leidet, versucht sich das Leben zu nehmen, indem er von der Golden Gate Bridge springt. In der Millisekunde nach dem Absprung bereut er seine Entscheidung sofort. Wie durch ein Wunder überlebt er jedoch den Sprung und wird, wie er später selbst sagt, durch ein Geschenk Gottes gerettet.
"Frankfurt fühlen" von Martin Kirchberger
(Mockumentary, DE 1990, 3 min)
Peter Paul Keller war jahrelang Berufsboxer und startete für einen Frankfurter Boxclub. Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn errang er die deutsche Vizemeisterschaft im Schwergewicht. Seit 14 Jahren besitzt er eine Massagepraxis in Frankfurt-Bornheim. Er weiß, wie sich Menschen anfühlen. Der menschliche Körper passt sich, ebenso wie der Geist, den umfeldlichen Gegebenheiten an. Die Architektur einer Stadt beeinflusst die muskuläre Entwicklung ihrer Bewohner.
Gäste in der Sendung:
"unicato"-Moderator Markus Kavka spricht mit Filmemacherinnen und Filmemachern über ihre ganz persönliche(n) Geschichte(n) zum Thema Wunder und wie sich das in den jeweiligen filmischen Arbeiten niederschlägt:
Stanislaw Mucha ist sowohl Schauspieler als auch Regisseur und gilt als viel beachteter Autorenfilmer. Seine Dokumentarfilme zeichnen sich durch zahlreiche komische Geschichten, absurde Entwicklungen und skurrile Charaktere aus, die Mucha jedoch nie der Lächerlichkeit preisgibt. Viele seiner Filme avancierten zu absoluten Festivallieblingen und erhielten zahlreiche Auszeichnungen. Wir sprechen mit ihm über seine beiden Kurzfilme "Body Electric", in dem die Grenzen zwischen Wissenschaft und Aberglaube fließend sind, und "Ein Wunder", ein Film über Marien-Erscheinungen.
Die Filmschaffenden Emma Holzapfel und Kevin Koch geben in einem Director’s Statement Einblicke in ihren Film "Blessing in disguise" und erzählen von der Entstehungsgeschichte sowie den Hintergründen.
Andreas Hykade erblickte im Sommer der Liebe im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting das Licht der Welt. Heute ist er Head of Animation Directing an der Filmakademie Baden-Württemberg. Seine Werke wurden weltweit über 70 Mal ausgezeichnet. In seinem Animationsfilm "Altötting" schildert er eine Geschichte von übergroßer, fast himmlischer Liebe. Wir unterhalten uns mit ihm über Glauben, Wunder, das Filmemachen und seine Kindheit im Wallfahrtsort.
Moderation
- Markus Kavka
Anschrift
-
MDR LANDESFUNKHAUS THÜRINGEN
Gothaer Straße 36
99094 Erfurt