Dienstags direkt | 01.04.2025 | 20-23 Uhr Notstand Pflege(heim)?!
Hauptinhalt
Pflegeheime in Sachsen stehen unter Druck: Der Fachkräftemangel ist allgegenwärtig, Pflegebedürftige warten oft monatelang auf einen Platz und die Kosten sind kaum zu stemmen. Die Lage spitzt sich zu - die Herausforderungen für Politik, Pflegeeinrichtungen und Kassen sind komplex. Was macht gute Pflege aus und wie muss sich das Pflegesystem verändern? Darüber haben wir bei Dienstags direkt gesprochen.
Pflege als politische Aufgabe
Bessere Arbeitsbedingungen, mehr Fachkräfte und eine nachhaltige Finanzierung in der Pflege - das sind bekannte Forderungen, die auch an die Politik gerichtet werden. Sachsens Sozialministerin Petra Köpping weiß um die notwendige Unterstützung für pflegende Angehörige und die Notwendigkeit einer bundesweiten Reform der Pflegeversicherung Welche konkreten Schritte plant Sachsen?
Pflegen, organisieren, funktionieren
Wenn ein Elternteil oder der Partner pflegebedürftig wird, stehen viele Menschen plötzlich vor schwierigen Entscheidungen: Zu Hause pflegen oder nach einem Pflegeheimplatz suchen? Vieles ist auf einmal zu organisieren, Kosten müssen durchgerechnet werden und private Entscheidung getroffen werden. Wie gelingt es, das eigene Leben trotzdem nicht aus den Augen zu verlieren?
Regina Sonnenberg, Psychotherapeutin im Ruhestand, hat kürzlich einen Pflegeheimplatz für ihre Mutter gesucht. Die Erfahrung hat sie tief bewegt und sie macht stellvertretend für viele Angehörige deutlich, was sie sich vom (Pflege)System wünschen.
Pflegeheime unter Druck - und mitten im Wandel
Christophe Holzapfel leitet den ASPIDA Pflegecampus Plauen - eine Einrichtung, die versucht, moderne Konzepte in der Pflege umzusetzen. Doch auch er sieht: Gute Ideen allein reichen nicht aus, wenn es an Personal und politischer Unterstützung fehlt. Wie lassen sich neue Wege in der Pflege gehen - trotz der schwierigen Rahmenbedingungen?
Finanzieren, fordern, verändern - wie die Kassen das Pflegesystem sichern wollen
Silke Heinke vertritt die Ersatzkassen im Freistaat Sachsen und bringt die Perspektive der Kostenträger in die Diskussion ein. Wie lassen sich steigende Pflegekosten auffangen, ohne das System zu überlasten? Was braucht es, um Pflegeeinrichtungen zukunftsfähig aufzustellen? Welche Reformen die Kassen fordern, darüber wollen wir mit ihr sprechen.
Blick über den Tellerrand
Unser ARD-Korrespondent Thorsten Iffland berichtet aus Japan, wie dort soziale Roboter in der Pflege eingesetzt werden, und wie sich kulturelle Unterschiede im Umgang mit alten Menschen zeigen. Außerdem spricht Philippa Hildebrandt von der Kontaktstelle Pflegeselbsthilfe Leipzig über die Rolle pflegender Angehöriger und wie diese besser unterstützt werden können.
Gäste:
- Petra Köpping | Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt
Pflege muss finanzierbar sein und abgesichert werden [...] Die Menschen brauchen hier Sicherheit, auf den Sozialstaat muss Verlass sein.
- Regina Sonnenberg | Angehörige und Psychotherapeutin im Ruhestand
Der Pflegeprozess isoliert mich von anderen Menschen [...] Ich habe nur noch wenig Zeit für mich.
- Christophe Holzapfel | Einrichtungsleiter ASPIDA Pflegecampus Plauen
Es ist Zeit für echte Veränderung! Wir haben schon lange kein Erkenntnisproblem mehr.
- Silke Heinke | Leiterin der vdek-Landesvertretung Sachsen
Die soziale Pflegeversicherung steht vor großen Herausforderungen [...] Nur so können wir das System zukunftsfähig gestalten.
Redaktionelle Mitarbeit: Rebecca Haugwitz
Leitung: Ines Meinhardt