Entdeckt bei unseren Nachbarn Kulinarisches aus Lublin: Cebularz, ein Zwiebelkuchen mit Mohn
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04. April 2025, 11:10 Uhr
Cebularz - das polnische Zwiebelgebäck mit Mohn wurde erstmals in der jüdischen Küche rund um Lublin gebacken. Heute gehört der herzhafte kleine runde Pfannkuchen mit Zwiebelfüllung zum Kulturerbe der Region. Wir haben auch das Rezept.
Inhalt des Artikels:
In der kleinen Bäckerei der Familie Kuźmiuk in der Altstadt von Lublin wird seit über 80 Jahren ununterbrochen am selben Ort bis heute der traditionelle Zwiebelkuchen gebacken.
Über Generationen hinweg pflegt die Familie das Rezept. In der Backstube werden sogar noch dieselben Werkzeuge verwendet, die der Großvater, der Gründer der Bäckerei, benutzt hat.
Die Tradition und das Rezept stammen von den Juden aus Lublin. Bereits im 19. Jahrhundert wurde es in der einst großen jüdischen Gemeinde der Region gebacken und war eine bekannte Delikatesse, auch in den Städten Kazimierz und Zamość. Cebularz wurden damals auf den Straßen direkt aus Bauchläden verkauft.
Was ist Cebularz? Cebularz - ein runder Weizenpfannkuchen mit einem Durchmesser von 15 bis 20 Zentimetern und belegt mit gewürftelten Zwiebeln und Mohnsamen. Der Name "Cebularz" stammt vom polnischen Namen "Cebula", was Zwiebel bedeutet.
In der Bäckerei Kuźmiuk bieten wir Cebularz - Zwiebelkuchen seit ihrer Gründung an, seit sie zu Weihnachten 1944 gebacken wurden.
Kulinarische Legende
Der Legende nach war die schöne Jüdin Esterka aus der Umgebung von Lublin, die Autorin des ersten Zwiebelrezepts. Eines Tages klopften unbekannte Gäste an die Tür ihres Hauses. Es stellte sich heraus, dass es König Kasimir der Große war, der von der Jagd zurückkehrte. Da sie dem Herrscher nichts schenken konnte, bereitete die Frau rasch Hefeteig zu und vermischte gehackte Zwiebeln mit Mohn. Sie backte das mit Zwiebeln und Mohn bestreute Fladenbrot im Ofen und servierte es dem König.
Das aromatische und knusprige Fladenbrot eroberte das Herz des Königs, der der Legende nach weder den Zwiebelkuchen noch die Frau vergessen konnte.
Cebularz - das Rezept
Auch wenn die Zutaten und die Zubereitung einfach sind, sind es eben die kleinen Raffinessen, die für einen Lubliner Zwiebelkuchen typisch sind. Keine rohen Zwiebeln auf den Teig legen. Die karamellisierten Zwiebeln sorgen für eine süße Note und der Mohn für einen leicht nussigen Geschmack. Am besten Cebularz frisch aus dem Backofen genießen.
Zutaten für den Teig
500 g Weizenmehl
250 ml warme Milch
50 g geschmolzene Butter
25 g Hefe
1 Tl Salz
2 Tl Zucker
1 Ei
Die Teigmasse gut und lange kneten, bis er sich von den Händen löst und ein glatter Teig entstanden ist. Danach abdecken und ruhen lassen, dass er aufgehen kann. Anschließend kleine ovale Fladen ausrollen und in die Mitte etwas von der vorbereiteten Zwiebelfüllung geben. Mit einem Tuch nochmal alles abdecken und für etwa 60 Minuten ruhen lassen.
Vor dem Backen die Ränder mit Ei bestreichen. Den Ofen auf 200 Grad vorheizen. Anschließend etwa 20 Minuten im Ofen backen oder bis die Ränder goldbraun sind.
Zutaten für die Füllung
3 Zwiebeln
3 El Mohn
2 El Öl
1 Tl Salz
Am besten die Füllung schon einen Tag vorher zubereiten. Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in einem Topf mit kochendem Wasser ein paar Minuten garen lassen. Anschließend abgießen und gründlich abtropfen. Danach mit Mohn, Öl und Salz verrühren. In eine Schüssel geben und kalt stellen.
Cebularz wird seit Generationen gern als Snack oder als Beilage zu Suppen serviert. Das Zwiebelgebäck ist bekannt für seine golbraune knusprige Kruste und den süßlichen Geschmack karamellisierter Zwiebeln.
Backen im Zwiebelmuseum
Im "Regionalmuseum Cebularz" in Lublin heißt es lokale Schätze entdecken und selber backen. Gemeinsam mit der legendären Esterka und einem Bäcker können Besucher ihren eigenen Mini-Cebularz herstellen und dabei spannendes und kulinarisches aus der Geschichte der Stadt Lublin erfahren.
Das Museum befindet sich in der Altstadt von Lublin in einem Haus aus dem 16. Jahrhundert.
Anerkannte Köstlichkeit
Der traditionelle Zwiebelkuchen "Cebularz" aus Lublin steht seit 2007 auf der polnischen Liste der traditionellen Erzeugnisse. Seit 2014 gehört es in der EU zu den polnischen Produkten mit geschützter Herkunftsbezeichnung.
Der Ausflug nach Lublin wurde unterstützt vom Polnischen Fremdenverkehrsamt.
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04. April 2025 | 11:10 Uhr