
Menschen mit Behinderung geben Protest im polnischen Parlament auf
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28. Mai 2018, 12:30 Uhr
40 Tage hatten sie das polnische Parlament besetzt. Nun hat das "Komitee protestierender Eltern behinderter Menschen" seinen Kampf aufgegeben. Am Sonntag verließen die Eltern und ihre behinderten Kinder den Sejm in Warschau und wurden von hunderten Unterstützern mit Jubel empfangen. Es sei eine Entscheidung des Verstandes und für die Gesundheit ihrer Kinder gewesen, sagte die Sprecherin der Aktion Iwona Hartwich auf einer Kundgebung vor dem Parlament. "Wir haben über 40 Tage hinweg die Verachtung der Regierung gesehen. Sie will der schwächsten Gruppe der Gesellschaft nicht helfen", sagte Hartwich, die mit ihrem Sohn Kuba im Parlament ausgeharrt hatte.
Das Komitee hatte erreicht, dass die Sozialrenten für Menschen mit Behinderung ab September auf umgerechnet 250 Euro angehoben werden. Es hatte zudem einen höheren Pflegezuschuss von 120 Euro gefordert. Das lehnt die PiS-Regierung weiterhin ab. Stattdessen bietet sie kostenlose Sachleistungen an, etwa Rollstühle oder Windeln. Hartwich kündigte an, den Protest mit anderen Mitteln fortzuführen.
Rückblick auf die Parlamentsbesetzung
Über dieses Thema berichtet MDR AKTUELL auch im: TV | 25.05.2018 | 17:45 Uhr