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Fastenmonat der Muslime Beginn des Ramadan: EKD-Ratsvorsitzende Fehrs mit Grußbotschaft
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25. Februar 2025, 04:00 Uhr
Für die rund 1,9 Milliarden Musliminnen und Muslime auf der Welt beginnt am 01. März der Ramadan. Der Ramadan erinnert an die Zeit, da dem Propheten Mohammed der Überlieferung zufolge der Koran offenbart wurde. Deshalb steht dieser Monat ganz im Zeichen der inneren Einkehr, des sozialen Engagements und der persönlichen Läuterung. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Kirsten Fehrs hat in einem Brief an die muslimischen Mitbürgerinnen und Mitbürger herzliche Grüße und Wünsche der EKD übermittelt. Mehr über den islamischen Fastenmonat und das Fest des Fastenbrechens erfahren Sie hier:
Der Start von Ramadan ist abhängig davon, wann der Mond gesichtet wird. Im Jahr 2025 beginnt der Fastenmonat voraussichtlich am 1. März. Er endet am Abend des 30. März.
Die EKD-Ratsvorsitzendee Bischöfin Fehrs erinnerte daran, dass der Beginn des Ramadans in diesem Jahr nahezu mit der christlichen Fastenzeit zusammenfällt. Die Fastenzeit durchbreche die tägliche Routine und lenke die Aufmerksamkeit auf das, was Menschen ebenso nötig haben wie Essen und Trinken. "Dazu gehören Familie, Freunde und Nachbarn, aber auch die Beheimatung in einer religiösen Gemeinschaft sowie eine lebendige, alltagsbewährte Beziehung zu Gott", so die Ratsvorsitzende. "Wir wissen, wie wichtig solche Zeiten sind, in denen wir intensiver als sonst über unsere eigenen Bedürfnisse und unser Verhalten nachdenken, aber auch die Not anderer verstärkt in den Blick nehmen und nicht zuletzt versuchen, die gesellschaftliche und politische Situation in unserem Land mit den Augen Gottes zu betrachten."
Die Ratsvorsitzende hob dabei die Bedeutung von Versöhnung und Verständigung hervor, die im Ramadan ebenfalls eine Rolle spielen: "Im Mai sind es acht Jahrzehnte, dass der Zweite Weltkrieg beendet wurde. Dieses Gedenken führt uns schmerzhaft vor Augen, dass die Bewahrung des Friedens in der Welt, in Europa und vor der eigenen Haustür eine bleibende und drängende Aufgabe ist", so Bischöfin Fehrs. "Wir spüren stärker als je zuvor: Frieden ist kein Zustand, der ein für alle Mal garantiert werden kann. Frieden muss vielmehr immer wieder gewagt, eingeübt und mitunter auch mühsam errungen werden.“ Bischöfin Fehrs dankte den muslimischen Gemeinden für die zahlreichen Einladungen zum allabendlichen Fastenbrechen, bei denen auch Menschen anderen Glaubens willkommen geheißen werden. "Solche Zeichen sind kaum zu überschätzen in einer Zeit, in der Polarisierungen an vielen Orten überhandnehmen."
Innere Einkehr und Gemeinschaft
"Herz und Seele zu reinigen", darum geht es Musliminnen und Muslimen zufolge im Ramadan. Mit dem Teravih-Gebet, dem Ramadan-Gebet, beginnt der islamische Fastenmonat. 2025 ist es der Abend des 28. Februar, der erste Fastentag ist der 01. März. Der Fastenmonat gehört für die Gläubigen zu den fünf Säulen des Islam. Von innerer Einkehr, aber auch vom Gefühl der Gemeinschaft soll diese Zeit geprägt sein. Jeden Abend nach Sonnenuntergang wird das Fasten gebrochen. Man geht in die Moschee, besucht Angehörige oder trifft Freunde.
Ramadan: Monat der guten Taten
Der Ramadan erinnert an die Zeit, da dem Propheten Mohammed der Überlieferung zufolge der Koran offenbart wurde. Deshalb steht dieser Monat ganz im Zeichen der inneren Einkehr, des sozialen Engagements und der persönlichen Läuterung. Der Ramadan gilt deshalb auch als Monat der guten Taten. Mitmenschlichkeit und Versöhnung stehen im Mittelpunkt. Die Gläubigen entrichten die Armensteuer Zakat und unterstützen Bedürftige.
Regeln im Ramadan: Saum oder "Herz und Seele reinigen"
Von Tagesanbruch bis zum Sonnenuntergang bleiben Teller, Tassen und Gläser leer. Abhängig vom islamischen Kalender kann so ein Fastentag zwischen 8 und 19 Stunden dauern. Fasten im Ramadan heißt: Radikaler Verzicht nicht nur auf Essen und Trinken. Auch reden sollte man nur das Nötigste, kein Parfum benutzen, nicht rauchen – eben auf Luxus und Lust verzichten, eben auch auf Sex. Das Wort "Fasten" kommt aus dem Hebräischen und bedeutet: Die Seele beugen. Im Arabischen heißt Fasten: "Saum" – es bedeutet Herz und Seele reinigen, Platz für den Glauben schaffen und an Menschen denken, denen es nicht so gut geht. Wie die Sonne zum Mond, so gehört für die Muslime zum Fasten das Fastenbrechen, sobald die Sonne untergegangen ist. Die Menschen treffen sich: Beten gemeinsam, essen, trinken, lachen, reden – holen all das nach, worauf sie am Tag verzichtet haben.
Der Fastenmonat beginnt in diesem Jahr am 01. März mit Erscheinen der Neumond-Sichel. Der islamische Kalender wird anders berechnet als der christlich-gregorianische und richtet sich nach dem Mond. Deshalb variiert der Zeitpunkt des Fastenmonats. Für Musliminnen und Muslime ist das Fasten eine der fünf Säulen ihrer Religion – neben dem Pilgern nach Mekka, den täglichen Gebetszeiten, dem Glaubensbekenntnis zu Allah als einzigem Gott und dem Spenden. Befreit vom Fasten sind Alte und Kranke, Kinder, Schwangere und Reisende sowie Soldaten im Krieg. Sie können das Fasten nachholen.
Höhepunkt ist die "Lailat al Qadr", die "Nacht der Bestimmung", in der nach der Überlieferung dem Propheten Mohammed erstmals Verse des Koran offenbart wurden. Viele Muslime beten dann die ganze Nacht, in der Hoffnung auf Vergebung ihrer Sünden. Am Ende des Ramadan, in diesem Jahr am 29. März, folgt das Fest des Fastenbrechens, arabisch 'Id al Fitr, das auch in der Türkei auch als Zuckerfest bekannt ist.
Quellen: MDR, EKD
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 23. März 2023 | 06:30 Uhr