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28. Februar bis 2. März 2025 Wohin am Wochenende? Tipps für Halle, Lichtenstein und Weimar
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27. Februar 2025, 15:30 Uhr
Für das letzte Wochenende im Februar empfehlen wir Ihnen zwei außergewöhnliche Ausstellungen in Halle und Weimar, die Kunst- und Literaturliebhaber begeistern werden. In Lichtenstein erwartet Sie zudem ein bezaubernder Kunsthandwerkermarkt. Wer es lieber gemütlich mag, darf sich auf eine Serienempfehlung für einen entspannten Abend auf der Couch freuen. Hier sind unsere Tipps für ein vielseitiges Wochenende voller kultureller Highlights.
Willkommen zum ultimativen Kultur-Countdown! Die heutigen Wochenendtipps stehen nämlich unter dem Motto "letzte Chance". Will heißen: Zum Ende des Monats habe ich für Sie Kulturerlebnisse rausgesucht, die nur noch dieses Wochenende zu erleben sind. Danach? Tja, dann sind sie Geschichte. Vielleicht für immer. Und wir wollen ja nicht, dass Sie das verpassen, oder? Ich dachte mir schon, dass Sie das genauso sehen. Also, los geht's!
Halle: 250 Meisterwerke, eine Chance – und die läuft bald ab!
Sollten Sie die Ausstellung "Frührenaissance in Mitteldeutschland" im Kunstmuseum Moritzburg noch nicht gesehen haben, dann aber fix auf nach Halle – die Schau macht am Sonntag, 2. März 2025, nämlich dicht! Und was Sie dann verpassen? Eine ganze Menge! Um genau zu sein: 250 Werke von Größen wie Albrecht Dürer, Martin Schongauer, Jacopo de' Barbari und natürlich dem unvergleichlichen Lucas Cranach dem Älteren. Und glauben Sie mir, manche dieser Meisterwerke gehen nach der Ausstellung direkt wieder zurück in die finsteren Untiefen der privaten Sammlungen, wo sie erstmal niemand mehr zu Gesicht bekommt. Das wollen wir doch nicht, oder?
Wenn Sie sich am Samstag, 1. März, noch schnell aufraffen, gibt's sogar um 15 Uhr eine Führung, bei der Sie sich das ganze Expertenwissen in einem entspannten Rundgang einverleiben können.
Falls die Frührenaissance nicht ganz Ihr Interesse weckt, werfen Sie doch einen Blick auf die anderen faszinierenden Sonderausstellungen, die derzeit in Sachsen-Anhalt zu entdecken sind.
Service-Informationen zur Ausstellung: Adresse, Öffnungszeiten, Eintritt (zum Ausklappen)
"Frührenaissance in Mitteldeutschland – Macht. Repräsentation. Frömmigkeit."
Sonderausstellung bis zum 2. März 2025
Führung am 1. März 2025 um 15 Uhr
Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale)
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)
Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Dienstag: 10 bis 18 Uhr
Mittwochs geschlossen
Eintritt:
10 Euro, ermäßigt 7 Euro
Schnitzen, Staunen und Schlürfen in Lichtenstein
Was gibt's in Sachsen an diesem Wochenende zu erleben? Eine ganze Menge, wenn Sie sich in die großen Städte wie Leipzig, Dresden oder die Kulturhauptstadt Chemnitz stürzen wollen. Die richtigen Geheimtipps lauern aber außerhalb der großen Metropolen. Und deshalb sollten Sie am Wochenende in Betracht ziehen, Kurs auf das sächsische Land zu nehmen. Im "Kultur.Palais.Lichtenstein" öffnet nämlich der Holzkunstwerkermarkt des Kulturhofs Zickra seine Türen.
Samstag und Sonntag können Sie dort von 10 bis 18 Uhr über 30 Holzschnitzern und Handwerkerinnen bei der Arbeit über die Schulter schauen – und vielleicht ein bisschen neidisch werden auf so viel Talent. Flanieren, ein heißes Getränk schlürfen und dabei die schönsten Holzkunstwerke entdecken – das ist der Plan! Der "Kultur.Palais.Lichtenstein" sorgt mit seinem gemütlichen Ambiente dafür, dass Sie sich wie im Kunsthimmel fühlen – und vielleicht auch ein kleines Stückchen Holzkunst mit nach Hause nehmen wollen.
Service-Informationen zum Markt: Adresse, Öffnungszeiten, Eintritt (zum Ausklappen)
Kunsthandwerkermarkt
1. und 2. März 2025 von 10 bis 18 Uhr
Kultur.Palais.Lichtenstein
Schlossallee 2
09350 Lichtenstein
Der Eintritt ist frei!
Letzte Chance für ein romantisches Drama in Weimar
In einer Ausstellung in Weimar trifft Caspar David Friedrich, der unangefochtene König der deutschen Romantik, auf Goethe, den legendären Dichter. Klingt erstmal nach einer freundschaftlichen Genie-Paarung, oder? Tja, das war es anfangs auch. Aber wie das so ist bei zwei vermutlich sehr großen Egos – lange sollte die Harmonie nicht anhalten. Wenig später spottete Goethe, dass Friedrichs Gemälde auf dem Kopf genauso gut aussehen würden und man sie lieber "an der Tischkante zerschlagen" sollte. Und das alles nur, weil sich Friedrich zuvor geweigert hatte, Wolkenstudien für Goethes naturwissenschaftliche Betrachtungen anzufertigen. Klingt jedenfalls nach einem ganz schönen Drama, oder?
Kurz gesagt: Wenn Sie Lust auf Kunst, Drama und geheime Zeichnungen haben, sollten Sie die Sonderausstellung "Caspar David Friedrich, Goethe und die Romantik in Weimar" in der Klassikstiftung nicht verpassen, bevor sie am 2. März 2025 die Schotten dichtmacht. Außerdem verschwinden Friedrichs, teils lichtempfindliche Zeichnungen danach wieder aus konservatorischen Gründen für mehrere Jahre in dunklen Depots.
Am Sonntag haben Sie außerdem zum letzten Mal die Möglichkeit, an einer geführten Tour durch die Schau mit Restauratoren teilzunehmen.
Service-Informationen zur Ausstellung: Adresse, Öffnungszeiten, Eintritt (zum Ausklappen)
"Caspar David Friedrich – Goethe und die Romantik in Weimar"
Sonderausstellung bis 2. März 2025
Schiller-Museum
Schillerstraße 12
99423 Weimar
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 9:30 bis 18 Uhr
Montags geschlossen
Eintritt:
6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Der persönliche Tipp: "Hundert Jahre Einsamkeit"
Puh, nach zwei Ausstellungen und einem Marktbesuch wird es wohl höchste Zeit, die Füße hochzulegen und das Sofa zu erobern – das haben Sie sich definitiv verdient! Warum also nicht die Gelegenheit nutzen, sich zu entspannen? Mein ultimativer Serientipp für Ihren Abend: "Hundert Jahre Einsamkeit" auf Netflix.
Die Serie basiert auf dem weltberühmten Roman von Gabriel García Márquez, dem kolumbianischen Literaturnobelpreisträger und einem der größten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Das Werk ist ein Meisterstück des Magischen Realismus und galt lange Zeit als unverfilmbar. Nicht zuletzt, weil sich Márquez selbst zeitlebens vehement gegen eine Verfilmung wehrte, weil er fest daran glaubte, dass die einzigartige Magie und die komplexe Erzählweise des Romans nur in der literarischen Form voll zur Geltung kommen könnten. Zwar lässt sich das Buch nicht toppen, doch die Serie lohnt sich dennoch. Sie erzählt die fesselnde Geschichte der Familie Buendía in der fiktiven Stadt Macondo – über sieben Generationen und einen Zeitraum von 100 Jahren.
Im Programm bei: MDR KULTUR – das Radio am 22.11.2024 um 08:40 Uhr sowie am 23.11.2024 um 08:45 Uhr.
Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 23. November 2024 | 08:45 Uhr